HOPPEDIZ - Produktübersicht

VORURTEILE

Einige der Vorurteile, mit denen ich zu kämpfen hatte, weil ich meinen Sohn Jan tragen wollte:

Ziehst Du Dir da nicht ein Muttersöhnchen heran, dass später nur noch an Deinem Rockzipfel hängt?

Nur weil ich meinem Sohn in den ersten Monaten immer das Gefühl gegeben habe, für ihn da zu sein, wenn er mich brauchte, ist aus ihm kein "Muttersöhnchen" geworden. Im Gegenteil, heute ist er eine selbstbewusste Persönlichkeit, die genau weiß, was sie will. Auch andere Mütter, die sogar mehrere Kinder getragen haben, bestätigten mir, dass keines von ihren Kindern ängstlich oder unselbständig oder ein "Muttersöhnchen- oder töchterchen" ist.

Das machen doch nur "Alternative" mit Birkenstock und Schlabberklamotten

"Alternativ" bzw. offen zu sein für neue Dinge, ist nichts Negatives. Einfach mal wieder „ein bisschen mehr auf seine innere Stimme bzw. seinen Instinkt zu hören“ hat noch niemandem geschadet. Gerade in der heutigen Zeit gehen immer mehr Mütter schon sehr früh nach der Geburt wieder arbeiten. Das Tragetuch ist eine geniale Möglichkeit, die Zeit mit Deinem Baby ganz nah und intensiv zu verbringen, daneben noch Zeit für Deinen Partner zu finden und den Haushalt zu "schmeißen".

Bekommt das Baby im Tuch genug Luft?

Ja, wenn Du darauf achtest, dass das Näschen Deines Babys freiliegt und es genügend „frische“ Luft bekommt. Durch Deine Bewegungen zirkuliert auch die Luft im Tuch und sorgt für den Frischluftaustausch. Es ist auch wichtig, die Babys im Tuch und evtl. unter einer Jacke nicht zu dick einzupacken, da sie dann eher überhitzen als frieren.

Lies zu diesem Thema auch die „Kölner Studie“ über die Sauerstoffaufnahme von Frühgeborenen im Tuch Untersuchung der Universität Köln. Bei dieser Studie wurde herausgefunden, dass die Sauerstoffaufnahme eines Neugeborenen im Tragetuch nur um ca. 1 % geringer ist als ohne Tuch. Das liegt daran, dass ein Baby im Tragetuch viel ruhiger und entspannter atmet.

Ist das Tragen nicht schädlich für den Rücken (des Babys und der Mutter)?

Fast 10 Monate ist die Wirbelsäule des Säuglings im Bauch der Mutter gerundet. Sie muss sich erst langsam strecken (ca. 1-2 Jahre), um die S-Form des Erwachsenen zu erhalten. Deshalb muss der Babyrücken im stramm gebundenen Tuch auch leicht gerundet sein (durch die Spreiz-Anhock-Haltung). Das ist auf jeden Fall besser, als wenn der Rücken nur gerade liegt und „gestreckt“ wird oder in schlechten Tragegurten/-hilfen sogar ins Hohlkreuz fällt.

In folgenden Schritten erreicht die Wirbelsäule eines Säuglings seine S-Krümmung:

a) Die Halswirbel strecken sich nach oben bzw. vorne, wenn das Baby sein Köpfchen halten kann.

b) Die Brustwirbel strecken sich, wenn das Baby von alleine sitzen kann.

c) Die Lendenwirbel tragen das Baby, wenn es anfängt, sich an Gegenständen hochzuziehen bzw. zu stehen und zu laufen beginnt.

In den Tragekulturen, in denen viel getragen wird, haben die Menschen weniger Rückenprobleme als bei uns. Ich habe unseren Sohn Jan seit der 2. Woche getragen, obwohl ich selber eine starke Krümmung der Wirbelsäule (Skoliose) habe. Dadurch, dass sich meine Rücken- und Bauchmuskulatur langsam an das steigende Gewicht von Jan angepasst hat, war es fast mit einem Rückentraining zu vergleichen. In der Zeit, in der ich regelmäßig getragen habe, hatte ich weniger Rückenprobleme/-schmerzen.

Wenn Du akute Rückenprobleme, wie z.B. Bandscheibenvorfälle und Ähnliches hast, spich auf jeden Fall vor dem Tragen mit Deinem Orthopäden oder Krankengymnasten!

Verwöhne ich mein Kind, wenn ich es zu oft trage?

Nein! Du verwöhnst nicht Dein Kind, sondern Dich selbst. Du kannst ein kleines Wesen, das nur durch Schreien (Kontaktweinen) auf sich aufmerksam macht, nicht verwöhnen, wenn Du es trägst. Der Wunsch nach Nähe, Kontakt und Geborgenheit ist eines unserer Grundbedürfnisse und sollte einfach und selbstverständlich befriedigt werden.

Spätestens, wenn die Kleinen anfangen zu krabbeln oder zu laufen, wollen sie nicht mehr so oft in das Tuch. Der natürliche Bewegungsdrang und Entdeckergeist sind stärker und es ist ja auch viel spannender, alles auf eigene Faust zu entdecken.